Die 10 größten Ernährungslügen
Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und wir werden ständig mit ihr konfrontiert: die Ernährung. Natürlich müssen wir täglich essen um zu überleben, aber aufgrund der hohen Vielzahl der angebotenen Lebensmittel, scheint uns der Supermarkt meist wie ein riesiger Dschungel vorzukommen. Zwar wissen wir, was wir in welchem Gang finden, doch viele von uns sind mit dem enormen Angebot überfordert und greifen manchmal einfach nur gutgläubig zu, in dem Gewissen, genau das richtige gekauft zu haben. Unser Einkaufsverhalten wird meist durch die Werbung bestimmt, aber auch Ernährungsweisheiten und trügerische Ammenmärchen haben zu unserer heutigen Shoppingtaktik beigetragen. In dem folgenden Artikel werden 10 Ernährungslügen aufgedeckt, die beim nächsten Einkauf für weniger Verwirrung sorgen sollten.
1. Fischstäbchen wird nur aus Fischresten hergestellt.
Das stimmt überhaupt nicht. Fischstäbchen werden wie jeder andere Fisch aus gesundem, frischem Fangfisch produziert und in vorgesehene Formen gepresst, die für die typische Stäbchenform sorgt. Fischstäbchen sind also genauso gesund wie andere tiefgefrorene Fischsorten.
2. Light Fruchtsäfte sind zuckerfrei.
Leider nicht. Fruchtsäfte mit der Bezeichnung „light“ werden zwar ohne Kristallzuckerzusatz hergestellt, dennoch kann man nicht leugnen, dass Früchte von Natur aus mit Fruchtzucker versehen sind. Dieser Fruchtzucker entscheidet sich vom „weißen Zucker“ nicht wirklich. Zumindest ist es vom Kaloriengehalt für unseren Körper nicht zu unterscheiden. Daher sind alle Fruchtsäfte mit Bedacht zu genießen oder als Fruchtschorlen verdünnt mit Wasser zu reichen.
3. Schweinefleisch ist fetthaltiger als Putenfleisch.
Nicht unbedingt. Denn es kommt tatsächlich darauf an, um welches Teil vom Schwein es sich bei dieser These handelt. So hat ein Stück Schweinefilet durchaus nicht mehr Fett als ein Stück Putenfleisch – im Gegenteil: es kann sogar weniger Fett enthalten.
4. Margarine ist fettärmer als Butter
Ob nun Butter oder Margarine – auf 100 g verteilt hat Margarine nahezu dieselben Nährwerte wie 100 g Butter. Der einzige Unterschied liegt hier auf der Hand: Margarine ist ein pflanzliches und Butter ein tierisches Fett.
5. Spinat ist der beste Eisenlieferant
Ein wahrer Mythos: was damals als falsche Komasetzung begann, hält sich auch noch bis heute hartnäckig. Spinat ist zwar in Wirklichkeit ein wahrer Vitamin C und E – Lieferant, dennoch enthalten 100 g Spinat nur 3,5 mg Eisen – nicht wirklich weltbewegend. Rotes Gemüse und rote Obstsäfte enthalten hingegen einen hohen Eisenanteil.
6. Dunkles Brot ist Vollkornbrot
Auch hier kann man lange nach der Wahrheit suchen: dunkles Brot sieht zwar gesünder aus, als hellere Brotsorten, aber das liegt nur daran, dass es vom Bäcker mit Malz eingefärbt worden ist. Gesünder ist es in diesem Fall nicht. Bei Vollkornsorten immer auf die Zutaten und die Bezeichnung achten.
7. Süßstoff macht schlank
Eine schillernde Legende. Zwar enthalten die kleinen Süßstofftabletten so gut wie keine Kalorien, dennoch denkt der Körper, dass er jetzt Kalorien zu sich nimmt. Das Resultat: bereits nach kürzester Zeit sendet der Organismus Hungergefühle aus und wir bekommen Appetit. Deshalb sollte man Süßstoff nur in Maßen zu sich nehmen, weil ein vermehrter Verbrauch durchaus nach hinten losgehen kann.
8. Tiefkühlkost enthält keine Vitamine
Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Tiefgekühlte Gemüsesorten werden erntefrisch schockgefroren und verlieren während der gesamten Tiefkühlphase kaum wertvolle Vitamine. Im Gegensatz zu der Geschichte, dass Obst- und Gemüsesorten im Kühlschrank länger halten: hier gehen Vitamine in enormer Geschwindigkeit verloren. Daher sollte frisches Obst und Gemüse immer schnell verzehrt werden.
9. Eier erhöhen den Cholesterinspiegel
Es ist in der Tat wahr, dass Eier einen sehr hohen Anteil an Cholesterin beinhalten. Allerdings enthalten Eier ebenso einen hohen Anteil an Lecithin, welches eine große Cholesterinaufnahme im Blut verhindert. Eier in Maßen sind also weiterhin durchaus erlaubt.
10. Rohkost am Abend lässt Kilos purzeln.
Schön wär´s! Ganz so leicht geht es dann doch nicht. Rohkostspeisen, wie Salate & Co., die nach 19 Uhr verspeist werden, können nämlich vom Magen nicht verdaut werden, gären somit weiter und wandeln sich in Fettpölsterchen um. Ein kleiner eiweißreicher Snack ist hier also angebrachter und schafft mehr Abhilfe beim Kampf gegen die Pfunde.
Milch, die weiße Energie
Bereits die kleinsten Erdenbewohner werden von Anfang an mit Milch gefüttert. Es ist ein flüssiger Nährstoff, schon nach der Geburt das Wichtigste im Leben eines Babys und nährt uns zudem mit vielen Vitaminen und Mineralien – die Milch. Das weiße Gold wird von jeher geschätzt und täglich von mehreren Millionen Menschen zum Frühstück getrunken. Doch was muss die Milch erst durchlaufen, bis wir sie im Kühlschrank vorfinden?
Die Milch wird von weiblichen Säugetieren produziert. Wir erhalten unsere Milch von Kühen, welches durch regelmäßiges Ausmelken an den Eutern gewonnen wird. Laut dem EU-Gesetz gilt nur die Kuhmilch als richtige Milch. Andere Milchsorten, die zum Beispiel vom Pferd, vom Schaf oder der Ziege abgenommen wurde, muss durch besondere Kennzeichnung kenntlich gemacht werden.
Die Kuhmilch enthält viele Kohlenhydrate, Eiweiße sowie zahlreiche Vitamine – Vitamin A für die Sehkraft, Vitamin B2 für die Energieversorgung, Vitamin B12 für Bildung roter Blutkörperchen, und Vitamin E für die Zellbildung – und Mineralstoffe wie Eisen und Calcium, welches für den Knochenaufbau und die Zähne überaus wichtig sind. Ein Liter Milch enthält ca. 40g Milchfett, 36 g Milcheiweiß, 50 g Milchzucker und ca. 7 g Vitamine – der Rest der Milch besteht aus Wasser. Zudem enthält die Milch, je nach Beschaffenheit, verschiedene Fettanteile. Der Fettanteil der Milch ist von den verschiedenen Milchsorten abhängig: bei der Rohmilch liegt der Fettanteil bei 3,5-5%, bei Vollmilch mindestens 3,5%, bei fettarmer Milch zwischen 1,5 und 1,8% sowie bei der Magermilch 0,3%. Die frische Milch und alle wärmebehandelten Milchsorten sowie Kondensmilch werden durch spezielle Erwärmungsmethoden haltbar gemacht. Die Bandbreite reicht von Dauererhitzung, Hocherhitzung bis hin zur Ultrahocherhitzung und macht somit die Milch je nach Sorte wenige Tage oder mehrere Monate haltbar. Wie lang dieses Produkt letztendlich haltbar ist hängt mit der Herstellung zusammen. Auch die geöffnete, ultrahocherhitzte Milch ist im Kühlschrank aufzubewahren und binnen weniger Tage aufzubrauchen. Aber auch der Vitamingehalt der Milch ändert sich durch die Haltbarmachung. Je nach Erhitzung kann die Milch bis zu 10% ihrer Vitamine, im Gegensatz zur Rohmilch, einbüßen. Auch durch die Lagerzeit und Öffnung der Packung verringert sich die Vitaminzahl stetig.
Nichts desto Trotz benötigt der menschliche Körper Milch. Neben dem Calcium beinhaltet die weiße Energie auch Aminosäuren, die für den Körperzellenaufbau notwendig sind. Besonders hoch ist der Calciumwert in Käse. Studien zu Folge beugt erhöhter Milchkonsum vor allem gegen Knochenbrüche vor.
Wer allerdings nicht nur Milch trinken möchte, kann auch auf andere Milchprodukte zurückgreifen. Ob Quark, Käse, Joghurt, Buttermilch oder Kefir – die Wahl ist groß und geschmacklich vielfältig.
Leider gibt es auch Menschen, die auf Milch oder andere Milchprodukte allergisch reagieren. Dies geschieht scheinbar durch die fehlerhafte Aufspaltung der Milchbestandteile im Körper und wird als Lactoseintoleranz oder Milcheiweißunverträglichkeit bezeichnet. Diese Unverträglichkeit geht mit Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Koliken, Übelkeit, Migräne oder Kreislaufproblemen einher. Da allerdings bis zu 20% aller Deutschen an Lactoseintoleranz erkranken, wurde Alternativen produziert, wie zum Beispiel Sojamilch oder Minus-L-Produkte.
Ob mit oder ohne Milcheiweißunverträglichkeit: die Wahl der Milchprodukte ist enorm und sollte für die eigene Gesundheit ernst genommen werden. Mit einem halben Liter Milch ist bereits der Tagesbedarf an wichtigen Vitaminen und anderen Nährstoffen ausreichend gedeckt. Na dann mal Prost!


