Wenn die Waage still steht
Der Entschluss steht fest: es soll abgenommen werden. Das Ziel ist vor Augen, die Ernährung wird bewusst umgestellt, die Waage spielt auch freudig mit und zeigt jeden Morgen einige Gramm weniger an. Dies motiviert nicht nur, es beschwingt den Menschen auch in einem ungeahnten Maß. Doch dann eines Tages ist die Freude nicht mehr so groß: die Zeiger der Waage bleiben stehen und rühren sich für Tage nicht, obwohl man sich nach Herzen bemüht. Dieses Symptom ist besonders dann frustrierend, wenn die Waage für mehrere Wochen in den Streik tritt und keine Veränderungen anzeigt. Dennoch brauchen Sie sich keine neue Waage zuzulegen, Ihre alte ist vollkommen in Ordnung, denn: ein Gewichtsstillstand ist nicht unüblich und gehört zum Abnehmrhythmus dazu. Doch warum hakt das Abnehmen an einem gewissen Punkt?
Laut der DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung – ist die Abnahme von mehr als einem Kilogramm pro Woche nicht gesund. Idealerweise sollten höchstens 500g in einer Woche abgenommen werden, um so nicht den Stoffwechsel unnötig zu belasten. Wird dieser Rat umgegangen, muss der Körper sich an den rapiden Gewichtsverlust gewöhnen und von wichtigen Reserven wie beispielsweise dem Muskeleiweiß zehren.
Dass eine Mehrabnahme nun also nicht gesund ist, hätten wir geklärt. Bleibt noch die Frage offen, warum das Gewicht sich manchmal für Tage oder Wochen weigert zu ändern, obwohl man seine gesunde Ernährung beibehält und fleißig dem Sport frönt.
Ein Gewichtsstillstand kommt bei jedem Menschen während einer Gewichtsreduktion vor. Startet man besonders eine größere Abnahme von lästigen Pfunden, muss man mit dem so genannten „Gewichtsplateau“ rechnen. Dieses Gewichtsplateau tritt meistens dann ein, wenn ein gewisses Maß abgenommen wurde und der Körper nun mit der verminderten Energiezufuhr haushalten muss. Der Organismus schaltet den Verbrauch in dieser Situation auf „Sparflamme“ um. Jetzt ist es wichtig die Nerven nicht zu verlieren, stark zu bleiben und seinem Körper die wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Ist diese Phase überstanden, geht es grundsätzlich mit dem Abnehmen weiter.
Experten und Wissenschaftler empfehlen daher mit folgenden Ratschlägen weiter zu verfahren:
Anpassung der Körperenergie
Der tägliche Bedarf des Körpers sollte nicht zu schnell reduziert, sondern stufenförmig angepasst werden. Ein Beispiel: in den ersten zwei Wochen können ca. 1600 kcal täglich verspeist werden, in der dritten und vierten Woche 1400 kcal und in der fünften und sechsten Woche nur noch 1300 kcal. Haben Sie 1200 kcal pro Woche erreicht, so können Sie dieses Level halten. Es wird empfohlen sich nicht unterhalb dieser Kalorienzahl zu bewegen, da dies andernfalls den Körper zu sehr belasten würde.
Körperliche Unterstützung durch Sport
Durch regelmäßige sportliche Bewegung wird der Körper unterstützt. Dies sollte anfangs jedoch auch nicht übermäßig praktiziert werden. Die Bewegungen werden idealerweise kontinuierlich erhöht, so dass der Trainingseffekt zu erkennen ist. Dies bedeutet: die leicht steigenden Anstrengungen fallen Ihnen nicht schwer und der Körper kann mehr leisten. Daher ist es ratsam zu Anfang nur 10 Minuten zu trainieren, nach einer Woche dies auf 15 Minuten zu erhöhen und schließlich in der dritten Woche 20 Minuten Ausdauertraining wie beispielsweise Walking, Schwimmen oder Radfahren zu praktizieren.
Es ist jetzt wichtig sich selbst nicht aufzugeben, die Phase des Abnehmens mit allen Höhen und Tiefen zu überstehen und sich ein wenig in Geduld zu üben. Der Körper weigert sich an diesem Punkt nicht mit dem Abnehmen, sondern versucht den Organismus an die neue Gewichtswandlung zu gewöhnen.
Operation Magenballon: Wie funktionert das?
Wenn alles Stricke reißen, jede Diät fehl schlägt und der Jojo-Effekt mehr als ein Mal grüßen lässt, macht sich mancher Mensch Gedanken um eine Operation, welche vielleicht Erleichterung in punkto Übergewicht schaffen könnte. Dass dieser Eingriff jedoch nicht einfach so nebenbei gemacht werden kann und durch diesen Einsatz keine sofortige Gewichtsreduktion in Schallgeschwindigkeit zu erwarten ist, dürfte aber jedem Menschen klar sein. Um einen genauen Einblick über die Operation und die Funktion eines Magenballons zu offenbaren, sind im Folgenden die wichtigsten Kriterien dargelegt.
Was ist ein Magenballon?
Der Magenballon ist in der Tat ein kleiner Ballon aus Kunststoff oder Silikon, welcher im Magen dafür sorgt, dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann und somit schneller ein Sättigungsgefühl eintritt. Der Ballon selbst ist gefüllt mit einer Kochsalzlösung, die in keiner Form gesundheitsschädlich ist.
Wie läuft der Eingriff ab?
Nach einem Vorgespräch mit einem Facharzt und der Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen der Operation kann unter Terminvergabe ein Einsatz des Magenballons vorgenommen werden. Hierfür wird durch den Mund über die Speiseröhre bis hin zum Magen eine spezielle Magensonde endoskopisch eingeführt, welche den einzusetzenden Magenballon transportiert. Befindet sich der Ballon an Ort und Stelle, wird mittels eines Schlauches eine Kochsalzlösungsmenge zwischen 200-400 ml eingefüllt. Nach der Auffüllung wird der Schlauch vom Ballon gekappt, so dass dieser verschlossen im Magen zurückbleibt. Der Magenballon bleibt je nach Wunsch und ärztlichem Ermessen für ungefähr 3-10 Monate im Magen. In diesem Zeitraum kann die Wirkung des Ballons die Magengröße um 20%-50% reduzieren.
Welche Komplikationen kann es während des Eingriffes geben?
Auch wenn es sich bei dieser Operation um einen relativ kleinen Eingriff handelt, so sind dennoch hier ebenso mit Risiken oder Nebenwirkungen zu rechnen, wie bei jeder anderer operativen Maßnahme.
So kann es beispielsweise sein, dass der Magenballon ungewollt platzt – dies bemerkt der Patient dadurch, dass sich die Urinfarbe verändert hat, da die Kochsalzlösung im Magenballon eingefärbt ist. Ist dies der Fall, so muss der Patient ohne Umschweife einen Arzt aufsuchen, da die Überreste des Ballons entfernt werden müssen. Wird dies ignoriert, gelangen die Ballonreste über den Magen in den Darm, wo sie schlimmstenfalls einen Darmverschluss verursachen könnten.
Während der Operation kann es beim Einsetzen des Ballons weiterhin zu Verletzungen der Magenwand durch die verwendeten Instrumente kommen. Dies ist jedoch eher selten der Fall.
Was passiert nach der Operation?
Nach der Operation wird der Patient den Ballon als unangenehm empfinden, da sich der Organismus und ganz besonders der Magen an den Ballon gewöhnen müssen. Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe oder Durchfall sind Begleiterscheinungen dieser Gewöhnungsphase. Daher ist es empfehlenswert sich anfangs nur mit flüssiger Nahrung wie beispielsweise Wasser, Milch und milder Brühe zu versorgen, um den Magen langsam an die neue Situation an zu passen.
Wie wird der Magenballon wieder entfernt?
Nach dem Ablauf von 3-10 Monaten kann der Ballon wieder entfernt werden. Hierfür wird wieder endoskopisch eine Magensonde benötigt, welche erstens den Inhalt des Ballons entfernt und anschließend den gesamten, leeren Magenballon wieder beseitigt.
Wie effektiv ist der Magenballon?
Nach dem Einsetzen des Magenballons ist es maßgeblich den Erfolg der Abnahme zu unterstützen. Deshalb verhelfen Ernährungsberater und Fitnesstrainer dem Patienten zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und einem ganzheitlichen Sporttraining zurück zu finden. Der ganze Aufwand lohnt sich nicht, wenn der Patient nach der Entnahme des Magenballons in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt.
In der Regel wird der Einsatz des Magenballons positiv dargestellt. Viele Patienten konnten erfolgreich abnehmen, dennoch sind Kritiker der Meinung, dass diese Methode nicht mit einer konsequenten Nahrungsumstellung oder Diät mithalten kann.

