Nutzen Sie Foren zum Abnehmen – miteinander ist es leichter!
Möchte man eine Diät anfangen, so brauchen die meisten Menschen ein besonders Ziel oder einen Anreiz, um auf ihr Wunschgewicht zu kommen. Nicht immer ist eine Diät oder Gewichtsreduktion leicht, nach einigen Tagen treten Heißhunger auf oder man sündigt nach Herzenslust. Gerade bei einseitigen Diäten ist dies der Fall. Was danach folgt, liegt klar auf der Hand: Depressionen, Niedergeschlagenheit, Versagensängste. Damit solche Probleme oder Folgen nicht eintreten, ist es vielleicht sinnvoll sich vor dem Beginn einer Diät einem Forum anzuschließen. So fällt es tatsächlich einer Vielzahl von Menschen leichter, sich in einer Gruppe mit anderen Gleichgesinnten zu unterhalten, sich auszutauschen und somit auch abzunehmen.
Gerade wenn man übergewichtig ist, fühlt man sich in Fitnessstudios, in öffentlichen Gruppensitzungen oder Ernährungsberatungszentralen nicht wohl. Störende Blicke oder unangenehme Fragen, denen man sich stellen muss, wirken aufdringlich und beklemmend. Nach diesen Erfahrungen fühlt man sich eventuell noch dicker und deprimierter. In der Gemeinschaft des Internets, welches in der Tat eine gewisse Anonymität birgt, fällt das Abnehmen wirklich leichter. In so genannten Foren kann man andere Übergewichtige oder Menschen mit Gewichtsproblemen kennen lernen. Durch gegenseitige Motivation, Anregungen, Tipps und Erfahrungen fühlt man sich weniger ausgrenzt und gedemütigt. Eine virtuelle Gruppe kann außerdem an schweren Tagen, die während einer Diät immer wieder auftauchen, die Möglichkeit bieten, aufbauende Worte und Zusprüche finden, die der Abnehmwillige benötigt.
Weiterhin ist ein Abnehmforum besser und vielfältiger als jede Zeitschriftendiät oder Gruppenversammlung: man kann sich die Zeit zum Online-Bummeln im Forum selbst einteilen, muss sich nicht an gesellschaftliche Zwänge halten und kann Geschichten, Ernährungstipps und Erfahrungsberichte der anderen User lesen und vielleicht für sich gebrauchen. So ein Forum ist quasi nicht zu bezahlen: während für namenhafte Produkte oder Gruppensitzungen ständig Gebühren oder Kosten anfallen, gibt es Rat und Zuspruch von Communitymitgliedern gratis. Hier steht das menschliche an erster Stelle. Jeder will jedem helfen und hofft ebenso auf die Mithilfe, wenn es einem anderen schlecht geht. Dieses Erfolgsrezept steht für eine gute und hilfreiche Community
Außerdem ist der Weg zum Idealgewicht, wenn man gemeinschaftlich abnimmt, nicht mehr so beschwerlich. Während man mit anderen Mitgliedern kommuniziert, sich über Ernährung, Sport und auch psychischen Problemen unterhält, kommen auch gern mal Forentreffen zustande, welche selbstverständlich auf freiwilliger Basis organisiert werden und keinem Zwang obliegen.
Wer sich schwerlich mit Live-Chats oder Onlinebeiträgen tut, kann sich – wie in vielen Foren möglich – einem Forentagebuch anvertrauen und dort Trainingspläne, Gewichtsentwicklung, Essenslisten einfügen oder einfach nur aus seinem Leben plaudern und auch Probleme darlegen. Viele Mitglieder freuen sich über einen Besuch im Tagebuch und über nette und herzhafte Gästebucheinträge.
Mit diesen und anderen Möglichkeiten lohnt sich sicherlich ein Blick in die Welt der virtuellen Abnehmgemeinschaften. Mit Sicherheit wird der eine oder andere auf Zuspruch und Verständnis stoßen, Tipps, Anregungen und Ernährungshinweise erhalten. Auch an Tagen, an denen man einfach nur aufgrund von Übellaunigkeit oder Verdruss über die misslungene Diät reden möchte, wird man aufgefangen und aufgebaut. Wer also ernsthaft versuchen möchte, sein Leben und auch sein Gewicht zu ändern, wird im Internet mehr Gemeinschaft finden, als vielleicht in seinem bisherigen Leben.
Wenn gesundes Essen krank macht
Neben Menschen, die den gesamten Tag damit zubringen Kalorien zu zählen, befinden sich in unserer Gesellschaft auch Personen, die mehrere Stunden am Tag mit dem Nachgrübeln über Nahrungsmittel und deren Nährgehalt verbringen. Von Ärzten wird dieses Verhalten bislang noch belächelt und als „Marotte“ gehandelt, Experten sehen darin allerdings eine Vorstufe zur Magersucht oder Zwangserkrankung. Doch wie sieht so ein Krankheitsbild aus und wie kann man sich davor schützen?
Entdeckt wurde dieses Verhalten erstmals 1997 von dem Alternativmediziner Steven Bratman. Er nannte diese Verhaltensstörung Orthorexie und leitete den Namen von der lang bekannten Krankheit und Essstörung Anorexie ab. Anders als bei der Magersucht, bei der die täglichen Nahrungsaufnahme aufgrund der Quantität im Vordergrund steht, wird bei der Orthorexie die Qualität des Essens und der Nahrung in Frage gestellt. Betroffene sind daher gerade zu fanatisch, wenn es um gesundes Essen geht und versuchen ungesunde Nahrungsmittel strikt zu umgehen und meiden diese ganz. Dies geht meist mit stundenlangem Grübeln über Nährwerttabellen oder prüfen von Vitaminen und Mineralien der verzehrten Lebensmittel einher und wird mit immer „gesünderen“ Lebensmitteln übertroffen, wie beispielsweise das Bestellen von Hirse oder anderem Getreide aus Afrika.
Durch das krankhafte Auseinandersetzen mit diversen Lebensmitteln werden diese durch Aufnahmen von Nachrichten oder anderen Medien über Lebensmittel teilweise wesentlich verschärft, so dass aufgrund von Skandalen über BSE, Acylamid oder Salmonellen noch weitere Lebensmittel ausgegliedert werden, weil diese den geforderten Qualitätsmerkmalen der perfekten Nahrungsmitteln nicht mehr entsprechen. Begründungen über angebliche Schadstoffe, welche krebs- oder allergieauslösend sind, ist nur ein Beispiel für dieses krankhafte Verhalten. Betroffene richten ihr Leben letztendlich nur noch speziell auf gewisse Lebensmittel, ernähren sich häufig vegan – also nur noch von hochwertigem Gemüse und Obst – und kaufen ihre Lebensmittel im Bioladen, von Bauerhöfen oder bestellen diese online im Internet.
Während bei dieser Lebensweise nicht nur die Lust am Essen auf der Strecke bleibt, erleidet der Körper auch zunehmend Mangelerscheinungen und irgendwann auch Untergewicht. Begleiterscheinungen wie Schlaf- oder Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit oder eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind oft nicht selten und auch soziale Folgen sind durch diese extreme Lebensführung nicht undenkbar. Wer in geselliger Runde das beste Essen verschmäht oder sein eigenes Essen mitbringt, wird nicht unbedingt mit Lorbeeren belohnt werden. Eine weitere Ausgrenzung kann ebenfalls daraus resultieren, wenn eine Aufklärung des Familien- oder Freundeskreis zur Bekehrung zu einem gesünderen Leben vorgenommen wird – das dies nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt sein wird, scheint jedem normaldenkenden Menschen logisch. Für Betroffene endet dies in vielen Fällen mit Isolation und Vereinsamung.
Heute wird diese Erkrankung von Medizinern als Orthorexia nervosa bezeichnet und als Zwangsstörung des Essverhaltens kategorisiert, welche durchaus in eine Magersucht münden kann. Betroffen sind hierbei meist junge und gebildete Frauen zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr, die über eine Diät zur Gewichtsreduktion in diesen Teufelskreis der gesunden Ernährung gelangen. Eine weitere Ursache für dieses Krankheitsbild kann auch das Bedürfnis nach Kontrolle sein, so dass durch die kontrollierte Nahrungsaufnahme eine geregelte Basis geschaffen wird, welche in anderen Lebensbereichen vielleicht verloren gegangen ist. Doch ist so eine Krankheit auch heilbar?
Die Orthorexie wird wie eine Essstörung behandelt. Hierbei obliegt die Heilung durch das Zurückfinden zu einem normalen und geregelten Essverhalten. Die Betroffenen lernen in der Therapie sich wieder etwas zu „gönnen“ und das Essen zu lernen sowie zu genießen. Hierbei werden spezielle Gesundheitsaspekte oder Nährwerte nicht hinterfragt, sondern ein natürliches Essverhalten wieder angestrebt.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eventuell auch zu den Menschen gehören, die sich permanent und zwanghaft mit Nährwerten und Lebensmitteln auseinandersetzen, so sollten Sie auf Nummer sich gehen und sich mit einem Spezialisten unterhalten.


