Ist schnelles Abnehmen sinnvoll?
Ob in Printmedien, im Radio oder im Fernsehen – überall hören und sehen wir Diätvorschläge und deren erfolgreichen Abnehmstrategien. Ein Damenmagazin schwört auf die Low-Fat-Diät, im Fernsehen hört man von einem besonders wirksamen Vitamin-Shake, andere schwören auf die Kohlsuppendiät und der Nachbar eines Cousins dritten Grades hat gehört, dass die Grapefruit quasi magische Wirkstoffe beinhaltet, die ein einfaches und schnelles Abnehmen fördern. Ebenso gehören auch rätselhafte Diätpillen oder Fettwegpulver zum Sortiment des Diätendschungels. Aber was ist wirklich wahr an diesen urbanen Diätlegenden?
Sicherlich wird jede zweite Frau bestätigen, dass sie mindestens eine Diät in ihrem Leben ausprobiert hat. Und sicherlich kann auch jede vierte Frau ein Liedchen von dem so genannten „Jo-Jo-Effekt“ singen. Denn bereits 56% aller Männer und 39% aller Frauen leiden unter Übergewicht. Jede Diät hat ihre Vor – und Nachteile, aber das Ziel einer solchen Diät liegt doch klar auf der Hand: man möchte viel Abnehmen und das bei minimalen Aufwand, aber dennoch in kürzester Zeit. Ist das überhaupt realisierbar? Verkraftet unser Körper so ohne weiteres eine radikale Kalorienkürzung? Was sind die Nachteile einer Crash-Diät und hält diese überhaupt was sie verspricht?
Eines ist schon mal sicher: gesund abnehmen und schnell ein paar Pfunde verlieren widersprechen sich. Das Ziel sollte klar vor Augen liegen: nicht Gewicht muss verloren, sondern Fett abgebaut werden. Denn trotz einer Diät braucht der Körper weiterhin Kohlenhydrat-, Vitamin – und Eiweißlieferanten – ohne diese Bausteine baut der Körper in erster Linie nur Wasser ab und bedient sich dann an der Muskelmasse. Damit wir also gesund abnehmen, müssen trotzdem täglich Obst, Gemüse, Fisch und Vitamine auf unserem Ernährungsplaner stehen. Ignorieren wir diese Fakten und lassen diverse Mahlzeiten aus oder verzichten beispielsweise auf wichtige Nährstoffe, wird unser Körper auf das Fasten nur mit Hungerattacken reagieren. Somit purzeln schlussendlich noch mehr Kilos auf unser Endgewicht und das Gegenteil wäre damit eingetreten: ein Jo-Jo-Effekt par excellence.
Wer relativ schnell und dabei effektiv abnehmen möchte, sollte dies nun auf die gesunde Art tun, denn nur so kann eine dauerhafte Gewichtsreduzierung gewährleistet werden.
Diätassistenten, die dem Diätwilligen über einen längeren Zeitraum begleiten, findet man im Internet oder auch in Gruppensitzungen um die Ecke. Wer sich allerdings nicht outen möchte oder dies allein in die Hand nehmen möchte, ist mit folgenden Tipps gut beraten: erlaubt sind unbegrenzt alle Obstsorten, außer Bananen, Weintrauben und Honigmelonen, da diese einen sehr hohen Fruchtzuckergehalt aufweisen, die im Körper ähnlich zu Zucker umgewandelt werden und sich somit auf den Speckrollen festsetzen. Ebenso erlaubt ist unbegrenzter Verzehr von Gemüse, außer der Avocado, da diese mit 220 kcal pro 100 g und einem Fettgehalt von ungefähr 23 g ziemlich zu Buche schlägt.
Weiterhin ist der Verzehr von Vollkornbrot und mäßiger Genuss von Fisch auch empfehlenswert, sowie eine tägliche, ausreichende Wasserzufuhr. Ratsam ist es zudem auf Zucker, Alkohol, stark fetthaltiges Fleisch wie z.B. Lamm zu verzichten, da diese dem Körper nur Fette liefern.
Wichtig ist einfach bewusst zu essen und dieses auch zu genießen. Mit mehreren ausgewogenen Mahlzeiten am Tag und der nötigen Portion Sport kann man über kurz oder lang sein Wunschgewicht erreichen.
Was macht dick?
In einer Zeit, die durch ihre Schnelllebigkeit nur noch selten Zeit zum Kochen übrig lässt, in der die Fast-Food-Ketten boomen und der Coffee-to-Go täglich hektisch auf dem Weg zur Arbeit eingenommen wird, wird dennoch peinlichst auf Kalorien und Co. geachtet. Trotzdem beweisen diverse Statistiken, dass bereits 20 % aller Kinder im Alter von 5-12 Jahren teilweise stark übergewichtig sind: Tendenz steigend. Weitere Studien berichten, dass auch Menschen mit geringerer Bildung oder ohne Arbeitsplatz eher zu Übergewicht neigen als Abiturienten oder arbeitstätige Menschen. Auch Männer haben einen weiteren schweren Stand, da sie meist übergewichtiger sind als Frauen. Wie kommt es überhaupt zu solchen Ernährungsunterschieden?
Heutzutage ist es scheinbar so, dass der Fast-Food-Imbiß um die Ecke um einiges billiger ist, als das Kilo Obst oder ein Karton Gemüse im Supermarkt. Außerdem ist es wesentlich zeitsparender sich schnell eine Pizza in den Ofen zu schieben, als sich mit der Zubereitung eines frischen Ratatouille zu beschäftigen.
Meist bleibt beruftätigen Müttern selten die Zeit ihren Kindern selbst etwas Nahrhaftes und gesundheitlich Wertvolles zu kochen. Es ist meistens leichter, den Kleinen schnell einige Euros zu zustecken.
Was die Jugendlichen sich dafür kaufen, ist hingegen völlig ungesund, randvoll mit verstecktem Zucker, hält nur über kurze Zeit satt und belastet die Gesundheit sehr. Im Trend liegen Burger, Pommes und Bratwurst, Pizzen, Schokolade, Cola und andere koffeinhaltige Getränke. Dabei ist es allerdings gar nicht schwer, den Kalorien zuvor zukommen: eine Faustregel besagt, dass man täglich essen darf, was man möchte. Es ist nur wichtig, sich diese Mahlzeiten einzuteilen – das Maß aller Dinge darf nicht zu voll genommen werden. So sind auch Schokolade und Pommes erlaubt, wenn der Speiseplan auch noch Platz für Obst und Gemüse offen lässt. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung birgt somit das Geheimnis. Dennoch kann man sich das Leben einfacher machen und versteckte Kalorien vermeiden: das vergleichen von Ernährungsnavigationen, die man mittlerweile auf jedem Nahrungsprodukt findet, ist sehr hilfreich. Hier können wir die gesamten Nährwerte eines Produktes anhand von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten ersehen. Zudem werden weiterhin auch noch Angaben über gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium erteilt.
Doch was helfen Kontrollen über Kalorien und Nährwerttabellen, wenn das Essverhalten völlig aus dem Ruder gerät? Eine kleine Mahlzeit zwischendurch ist lobenswert, unser Körper signalisiert uns allerdings erst nach 15-20 Minuten ein Sättigungsgefühl. Bis es dazu kommt, wird noch kurz ein Pudding, ein Eis oder ein Stück Kuchen nachgeschoben – und somit hätten wir allerhand mehr Kalorien unnötig aufgenommen. Wichtig ist ein bewusstes Essen, ohne Fernseher im Hintergrund oder hektisches Hinunterschlingen während der Mittagspause. Ein geselliges Beieinandersitzen mit Familie oder Freunden fördert auch den Spaß an der Einnahme von Nahrung. Während aber diverse Mahlzeiten nur unregelmäßig und zu schnell eingenommen werden, sollte eher eine gesunde, ausgewogene und zeitlich angepasste Mahlzeit eingeplant werden. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, sind gesünder und sättigen besser, als den gesamten Tag zu Fasten und sich abends mit zuviel Kalorien zu belasten.
Wer sich dennoch nicht sicher ist, ob das eine oder andere Nahrungsmittel mit zuvielen Kilokalorien auf den Hüften eingeschlagen hat, kann sich an täglichen Sportarten beteiligen. Bereits eine halbe Stunde spazieren gehen fördert die Verdauung und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus.



